BEHIND THE BLOG mit Paula Härtel – So wird Instagram vom stressigen Akquisekanal zum gelassenen Netzwerktool

22. März 2023

Instagram-Marketing funktioniert nicht! Instagram nervt! Instagram bringt mir keine Kund*innen. Ja, so urteilen wir (mich eingeschlossen) schnell, wenn sich die gewünschten Instagram-Erfolge mittelfristig nicht einstellen, obwohl wir die „richtige“ Strategie befolgen und Stunden in die Content-Erstellung stecken. Damit. Doch. Endlich. Mal. Jemand. Kauft.

Und ich bin auch immer noch der Meinung, dass der reine Fokus auf Social-Media-Marketing für eine gelassene und nachhaltige Selbstständigkeit nicht zielführend ist. Wir sollten uns von Instagram-Algorithmen & Co. nicht abhängig machen und von Instagram-Fatigue ausgelaugt sein.

Denn ganz ehrlich: Ich will den Sonnenuntergang am Meer einfach offline im Moment genießen und nicht sofort den Gedanken im Hinterkopf haben, wie ich jetzt am besten mit meinem Smartphone ein astreines Foto für meine Story knipse.

Warum Du Instagram in Deiner Marketing-Strategie eine andere (kleinere) Rolle geben solltest

Aber ich bin absolut kein Fan vom Verdammen und Einstampfen. Bäh. Wie wäre es, wenn wir stattdessen die Perspektive auf die App ändern? Und Instagram nicht als Akquisekanal nutzen, um Reichweite aufzubauen oder neue Kund*innen zu gewinnen? Sondern das soziale Medium viel mehr als Netzwerktool einsetzen? Dann sieht die Welt doch schon ganz anders aus, oder?

Falls Du gerade nickst, ist dieses informative und sehr persönliche Behind-the-Blog-Interview für Dich!

Über Mentale Gesundheit, „junge“ Gründung
& nerviges Marketing

Ich habe mich mit Instagram-Marketing-Expertin Paula Härtel zu einem inspirierenden Strandkorbschnack getroffen und mit ihr darüber geplaudert, wie Du Instagram nachhaltig für Dein Online-Business nutzen kannst, warum Du Instagram-Marketing sein lassen solltest, wenn es nicht zu Dir passt und wieso Paula sogar selbst auf das soziale Medium verzichten würde.

Nachhaltiges Instagram-Marketing für Selbstständige

Und wie das bei BEHIND THE BLOG, meinem authentischen Strandkorbschnack, so ist: Wir quatschen im Interview natürlich nicht nur über wichtige Tipps und Tricks rund um Social-Media-Marketing und Texte.

Nö. Achtung Spoiler: Wir sprechen auch über Paulas Business-Gründung, warum sie während der Pandemie zuerst kein festes Zuhause hatte, niemand von ihrer Selbstständigkeit wusste und wie ihre mentale Gesundheit sie immer wieder vor Herausforderungen stellt(e).

Schnapp Dir Deinen Se* on the Beach!

Also: Wir quatschen im Strandkorb über Business und die Welt. Und ich bin unglaublich dankbar, wie offen und mutig Paula aus ihrem Leben erzählt hat. Daher unsere Empfehlung: Schnapp Dir Dein Lieblingsgetränk und lausche in Gedanken mit uns das Meeresrauschen in Flensburg. Willkommen in unserem virtuellen Strandkorb, liebe Leser*in. Ab jetzt heißt das Motto: Sea. Blog. Talk.

Im Interview: Instagram-Marketing-Expertin Paula Härtel

Hallo liebe Paula! Ich freue mich total, dass Du Dir heute die Zeit für einen Strandkorbschnack genommen hast. Wo steht denn unser Strandkorb und welchen Cocktail schlürfen wir? 

Ich lade Dich ganz herzlich an den Strand in meiner Wahlheimat Flensburg ein. Gerade im Sommer fühlt es sich immer nach “Urlaub eine kurze Radtour entfernt” an. Als Cocktail gibt es einen Se* on the Beach. Süß und fruchtig finde ich immer gut. 

Stimmt, Du lebst ja nur einen Katzensprung von Dänemark entfernt. Ich bin schon öfter auf der Autobahn an Flensburg vorbeigefahren, war aber noch nie dort. Von daher freue ich mich sehr, dass wir unseren Strandkorb im hohen Norden platzieren.

Erzähl doch mal, Paula: Was machst Du? Wem hilfst Du? In welchem Bereich bist Du selbstständig? 

Sehr gerne! Ich unterstütze kleine Unternehmen und Selbstständige dabei, ihr Instagram-Marketing erfolgreich und mit Rücksicht auf ihre eigenen Bedürfnisse umzusetzen.

Und wie genau?

Zum einen unterstütze ich meine Kund*innen dabei, eine Instagram-Strategie zu entwickeln, die zu ihren Bedürfnissen, Fähigkeiten und zu ihrem Business passt. Ziel dabei ist es, dass meine Kund*innen ihr Instagram-Marketing danach selbstbewusst selbst in die Hand nehmen können. Dabei ist es mir immer wichtig mit einzubeziehen, worauf sie Lust haben und was ihnen liegt. Denn die Strategie funktioniert langfristig nur, wenn die Person, die sie ausführt, sich dafür nicht jedes Mal komplett überwinden muss, um sie umzusetzen.

Ja, das kann ich total nachvollziehen. Presst Du Dich ständig in Rollen oder Schablonen, die eigentlich gar nicht Deinem Naturell entsprechen, wird’s ruckizucki anstrengend und auch unauthentisch.

Genau! Zum anderen habe ich ein monatliches Angebot, das mehr eine Begleitung als ein Coaching ist. Das ist das “Betreute Planen”. Dort treffen wir uns immer an einem der letzten Freitage im Monat und schreiben in einer Gruppe unsere Beiträge für den nächsten Monat. Damit Du nie wieder ohne Posts in den Monat startest. Außerdem gibt es 2x im Monat Sprechstunden, zu denen meine Kund*innen mit ihren Fragen und Herausforderungen kommen können. So bekommst Du monatlich Unterstützung, Gemeinschaft und Hilfen – direkt auf Dich und Dein Unternehmen zugeschnitten. So kannst Du langsam Deinen Instagram-Auftritt immer weiter verbessern. 

Wie schön! Struktur und Planung sind einfach DER Gamechanger – gerade wenn es darum geht, regelmäßig Content zu produzieren, wie z. B. für Social Media oder Deinen Blog.

Freiheit & Flexibilität in der Selbstständigkeit

Aber sag mal: Wieso hast Du Dich denn gerade auf diese Zielgruppe spezialisiert? Ich meine, Du könntest ja z. B. auch für Konzerne & Co. als Social-Media-Managerin angestellt oder auf Freelancer-Basis arbeiten. Warum bist Du selbstständig?

Es gibt so viele tolle kleine Unternehmen und Selbstständige mit tollen Missionen da draußen. Damit sie auch besser gefunden werden, möchte ich dabei helfen, sie sichtbarer zu machen und ihnen mehr Raum auf dieser App zu geben.

Gleichzeitig liebe ich die Freiheit und Flexibilität, die mir meine Selbstständigkeit gibt. Ich kann überall arbeiten. Morgens oft ausschlafen. Eine lange Mittagspause machen und mir am Strand einmal den Kopf durchpusten lassen, wenn ich es gerade brauche. Mit Menschen zusammenarbeiten, die tolle Dinge in die Welt bringen. Klar ist es nicht immer einfach, aber es erfüllt mich wirklich sehr.

Außerdem war ich schon immer eher dickköpfig und mag es, Sachen auf meine Art zu machen. In der Schule habe ich mich deshalb schon in der 3. Klasse ordentlich mit meiner Lehrerin angelegt. Mein Vater hat mir danach erklärt, dass es ja toll ist, dass ich so gerne gegen den Strom schwimme, aber dass ich auch lernen muss, zu erkennen, wann sich das einfach nicht lohnt.

Da hat Dein Vater etwas sehr weises gesagt, finde ich. Das merke ich mir.

Aber ich finde es auch super, dass Du Deinen eigenen Weg gehst und Dich nicht nur an vorgetrampelten Pfaden orientierst. So ja auch mit Deiner Positionierung. Das Schlagwort, was mir dazu bei Dir sofort in den Kopf kommt: nachhaltiges Instagram-Marketing. Was steckt dahinter?

Instagram verändert sich stetig und andauernd poppen neue Trends auf. Nachhaltiges Instagram-Marketing bedeutet für mich, dass man eine Strategie hat, die stetig funktioniert und für einen selbst umsetzbar ist, während sie trotzdem an die verschiedenen Trends und die persönlichen Lebensumstände anpassbar bleibt. Also eine Strategie, die langfristig funktioniert, ohne dass man sich dafür verbiegen muss.

Warum schlägt Dein Herz gerade für Social Media?

Tatsächlich schlägt mein Herz nicht unbedingt für Social Media, sondern für Instagram ganz spezifisch. Inzwischen habe ich seit 10 Jahren ein Profil dort und kenne die Apps seit ihrer frühesten Anfänge. Und auch, wenn ich nicht unbedingt alles an Instagram mag, und nicht alle Veränderungen gut fand, finde ich es doch total schön, wie man sich dort kreativ ausleben und sich mit Gleichgesinnten verbinden und austauschen kann.

Wie genau könnte das aussehen?

Du fühlst Dich am wohlsten mit Video? Tob Dich aus. Du arbeitest lieber mit (Info-)Grafiken? Kein Problem. Und gerade durch die Stories kann man eine Nähe zu den Followern aufbauen, die keine andere Plattform zulässt. 

Was ich mir aber wünschen würde, ist, dass sich mehr Unternehmerinnen trauen, die Plattform kreativer zu nutzen. Immer wieder ähnliche Canva-Vorlagen für die Grafiken und Posts, die heißen “Drei Tipps, wie Du…” werden einfach langweilig. Trau Dich, kreativ und individuell zu sein!

Absolut! Ich sage auch immer zu meinen SEO-Mentees, die ihren Blog starten: Haltet Euch zwar am Anfang an erprobte und funktionierende Formate, wie z. B. List-Posts oder How-To-Artikel. Aber wenn Ihr dann Übung habt, werdet kreativ! Macht Euer eigenes Ding. Gebt Eurem Business eine eigene Stimme.

Keinen Bock auf Instagram? Dann lass es!

Es ist kein Geheimnis: Ich persönlich bin einfach nicht die geborene Instagrammerin (sagt man das noch?) und meine Kund*innen und Leser*innen wünschen sich meistens weniger Instagram und Social Media in ihrem Business-Leben. In dem Zuge hast Du mir mal erzählt – und das fand ich richtig klasse -, dass ich Instagram nicht als Akquisetool, sondern als Netzwerktool sehen sollte. Was genau meinst Du damit und wie können wir das konkret umsetzen?

Klar gibt es Menschen, die ihre Kund*innen direkt über Instagram gewinnen. Aber man kann Instagram um einiges vielfältiger nutzen und es kann verschiedene Rollen einnehmen. Zum Beispiel, um mit ehemaligen Kund*innen in Kontakt zu bleiben oder Kontakte von Netzwerkevents zu pflegen. So haben die Menschen Dich in Erinnerung, wenn jemand sie nach Empfehlungen für Deine Dienstleistung fragt. Dann können sie zum Beispiel direkt Dein Profil weiterleiten und Interessierte können schnell einen Eindruck bekommen, wer Du bist. Wenn Du es mehr als Netzwerktool und weniger als Tool für die Kundenakquise siehst, nimmt Dir das ein bisschen den Druck raus, dass alles auf Deinem Profil perfekt sein muss, und gibt Dir mehr Raum, Spaß mit Deinem Auftritt zu haben.  

Also, mir nimmt das ehrlich gesagt sogar ziemlich viel Druck! 

Stell es Dir als lebendige Visitenkarte vor! Was willst Du von Dir zeigen? Was sollten Menschen von Dir wissen, wenn sie überlegen, mit Dir zusammenzuarbeiten? 

Dabei geht es auf Instagram mehr darum, Deine Persönlichkeit zu zeigen und deutlich zu machen, was Du machst. Keine tiefgreifenden Erklärungen und Texte wie auf dem Blog. Wie eine Visitenkarte ist es ein “Hi, das bin ich. Melde Dich gerne mal!”.

Ach, ich liebe diese Perspektive. Dann macht Instagram-Marketing für mich in meiner Strategie auch mehr Sinn: Ich nutze die App nicht, um sichtbar zu werden und neue Kund*innen in meine Business-Welt einzuladen oder Umsatz zu machen, sondern vielmehr, um den schon bestehenden Besucher*innen eine weitere Möglichkeit zu geben, mich kennenzulernen.

Natürlich gewinnen sie auch einen sehr guten Eindruck von mir auf meiner Website und in meinen Blogartikeln, aber z. B. durch Videos in den Instagram-Storys kann ich eine weitere Ebene einweben. Und das nur, wenn ich gerade Lust darauf habe – ohne Abhängigkeit für meinen Business-Erfolg.

Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass meine Instagram-Postings nur sehr kurz Applaus bekommen und nicht wirklich nachhaltig sind. Außerdem verlangt mir Instagram insgesamt häufig viele Nerven und Kraft ab. Mache ich etwas falsch?

Nicht unbedingt. Oft wird einfach übersehen, dass Erfolg auf Instagram anders aussieht als nachhaltiger Erfolg auf einem Blog. 

Auf dem Blog gilt es als Erfolg, dass die Artikel lange gelesen werden und Deine Website dadurch öfter gefunden wird. Auf Instagram bedeutet Erfolg, eine Community aufzubauen, die mit den Inhalten interagiert und sich für Dich und Deine Mission interessiert. Dort geht es nicht um die einzelnen Inhalte per se, sondern um Deine Art und Deine Mission als Ganzes.

Deswegen bin ich ein so großer Fan davon, Inhalte über verschiedene Plattformen unterschiedlich aufzuarbeiten – auf Instagram sind die Details so kurzlebig, die dürfen gerne noch mal woanders verewigt werden. 

Also nein, ich glaube nicht, dass Du was falsch machst. Die Definition von Erfolg auf Instagram braucht vielleicht eine kleine Anpassung. Und ganz ehrlich: Wenn es einfach nicht Deine Plattform ist, ist das auch ok. Dann soll sich da niemand in etwas rein zwingen, was einfach nicht passt. Aber vielleicht lohnt es sich, einmal die Perspektive anzupassen, Instagram mal mit mehr Neugierde anzugehen und mal bewusst zu ignorieren, wie ein professioneller Instagram-Account auszusehen hat und stattdessen zu überlegen, wie Du Deinen Account gerne gestalten würdest.

Ich gehe auch immer so vor: Zuerst Blogartikel schreiben und dann den Artikel in Social-Media-Postings verbraten. Deswegen ist es meiner Erfahrung nach auch so wichtig, dass Deine Mission, Deine Vision und Deine Werte – also Dein authentisches Storytelling – auf all Deinen Kanälen stringent sichtbar werden.

Aus Texter*innen-Sicht sollte Dein Instagram-Posting kein vollkommen anderes Bild von Dir zeichnen, als Deine Website-Texte. Deine authentische Schreibstimme hilft Dir dabei, Deinem Content Deinen persönlichen Paula- bzw. Julia-Flavour zu geben.

Texte spielen auf Instagram eine wichtige Rolle

Deswegen interessiert mich: Welche Rolle spielen Texte in Deinem Business? Welche Bedeutung haben Texte für nachhaltiges Instagram-Marketing und organisches Wachstum auf Social Media?

Ich schreibe gerne und mag es, mich durch Texte auszudrücken. Außerdem habe ich gerade zu Instagram-Marketing sehr starke Positionen und finde es schön, denen einen Raum geben zu können und auch andere zum Nach- und Umdenken einzuladen. 

Auf Instagram sind aber tatsächlich die Stories mein liebstes Format. Ich finde es total schön, direkt mit meinen Follower*innen reden zu können und kleine Einblicke aus meinem Alltag zeigen zu können. Das hilft mir auch, den Blick mehr auf die schönen kleinen Momente zu richten.

Die Texte sind aber das, was auch weitergeleitet und gespeichert werden kann – also das, was beim organischen Wachstum hilft. Deshalb konzentriere ich mich da darauf, Texte zu schreiben, die meine Follower*innen inspirieren und/oder zum Nachdenken anregen. Niemand öffnet die App und möchte mit 1000 Tipps und How To’s bombardiert werden. Meine Hoffnung ist, dass mein Account und meine Posts da ein kleiner Ruhepool sind und ich mich damit abheben kann.

Okay, wenn ich mir genau das wünsche und in meinem Instagram-Marketing endlich mehr Nachhaltigkeit, Achtsamkeit und Gelassenheit integrieren möchte: Welche 3 Punkte sollte ich dafür auf jeden Fall wissen?

  1. Nutze gerne einzelne Teile aus Deinen Blogartikeln, um daraus Instagram-Posts zu machen. Gerne auch ältere Blogposts! 
  2. Achte darauf, welche Kanäle innerhalb Instagrams am leichtesten fallen und am meisten Spaß machen und konzentriere Dich auf diese(n). Wenn Dir Videos nicht liegen, können Reels zum Beispiel schnell frustrierend werden
  3. Siehe Instagram mehr als Ort, an dem Du mit (ehemaligen) Kund*innen, Business-Bekanntschaften und anderen interessanten Menschen einfach in Kontakt bleiben kannst. Das nimmt Dir selbst den Druck raus und macht Instagram weniger frustrierend. Und wenn Dir das dabei hilft, besser dabei zu bleiben, dann wächst Dein Account auch.

Super, vielen Dank für die Tipps, Paula! Diese Idee von Instagram ist für mich persönlich (und bestimmt auch für viele meiner Leser*innen) wesentlich kompatibler mit einer gelassenen Online-Selbstständigkeit. Danke, dass Du sie mit uns geteilt hast.

Vom Au Pair ins Social-Media-Marketing

Wir haben vorhin schon kurz darüber gesprochen, aber mich interessiert immer sehr die Geschichte hinter all den Businesses. Magst Du uns Deine erzählen? Was war der ausschlaggebende Punkt, an dem Du Dich für die Selbstständigkeit entschieden hast? Gab es einen bestimmten Moment, eine Erfahrung, Begebenheit oder Begegnung? 

Meine Geschichte in die Selbstständigkeit geht schon relativ früh los. Nach dem Abi war ich ein Jahr als Au Pair in den USA. Schon damals war Reisen meine große Leidenschaft und ich habe fast mein ganzes Geld, das ich das Jahr über verdient habe, in Reisen durch das Land und in umliegende Länder investiert. Mit 19 musste ich zurück, um mein Studium zu starten und ich habe gemerkt: ich will dieses viele Reisen nicht aufgeben. 

Auf der Suche nach potentiellen Berufen, die ich studieren möchte, war es mir deshalb wichtig, dass es mir die Möglichkeit offen lässt, zumindest eine Zeit lang Vollzeit zu reisen oder noch mal im Ausland zu leben. 

Bei den Recherchen bin ich auf den Begriff “Digitale Nomaden” gestoßen und war direkt begeistert. Instagram habe ich inzwischen seit 10 Jahren – also seit seinen frühesten Anfängen – und habe die Plattform schon immer sehr geliebt. 

Als ich also festgestellt habe, dass man Social-Media-Marketing als digitale Nomadin machen kann, war ich schwer begeistert. Als ich das festgestellt habe, war ich dann schon im Studium. Eine Zeit lang hatte ich einen Instagram-Account zu Reisen, um mich auszuprobieren und festzustellen, ob mir das tatsächlich liegt. Und ich fand es toll. 

Während meines Auslandssemesters ein paar Jahre später musste ich dann dank ERASMUS-Gelder zum ersten Mal nicht neben dem Studium arbeiten und habe das als Anlass genommen, in der Zeit meine Selbstständigkeit zu starten. 

1,5 Jahre habe ich mich damit durch mein Studium finanziert und seit diesem Jahr mache ich Vollzeit. Zwar sehe ich inzwischen das digitale Nomadentum um einiges kritischer, aber eine längere Zeit reisen und im Ausland wohnen würde ich trotzdem gerne noch mal. 

Das ist ein super Reminder: Träume und Ziele dürfen sich ändern. Ich habe auch mit anderen Träumen mein Business gegründet, die für mich mittlerweile gar nicht mehr sooo relevant sind. Du entwickelst Dich weiter und so eben auch Deine Motivationen und Beweggründe. Und das ist ja auch vollkommen okay! Wir sind ja keine Roboter. 

Aber Reisen steht wahrscheinlich trotzdem noch auf Deiner Bucket-List ganz oben, oder?

Ja, klar! Gerade nach Corona juckt es mir sehr in den Fingern, wieder unterwegs zu sein. Aber erstmal nicht dauerhaft. Ich habe Flensburg sehr gerne als mein Zuhause. Nur der Winter hier ist echt anstrengend. 

Ich glaube aber, Du hast den Winter bald geschafft. Der Frühling kündigt sich an.

Wenn Dich Deine mentale Gesundheit ausbremst

Aber sag mal, apropos Reisen: Wie war Deine Business-Reise bis jetzt und was hat Dich besonders herausgefordert? Persönlich und fachlich?

Es war ein absolutes Auf und Ab. 

Zum ersten Mal gelauncht habe ich Februar 2020. Kurz darauf brach Corona aus und hat mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Ich habe zu der Zeit in Polen gelebt und habe sehr spontan entschieden, erstmal nach Deutschland zu gehen. Freitagmorgen bin ich angekommen. Freitagnachmittag hat Polen verkündet, Samstag auf Sonntag die Grenzen dicht zu machen. Ich war heilfroh in Deutschland zu sein, hatte aber mein Zimmer untervermietet und ganz viel meines Hab und Guts in Polen gelassen. Einen großen Koffer hatte ich mit zurück genommen. Ohne zu wissen, dass ich aus dem für drei Monate leben musste.

Ich hatte kein festes Zuhause, habe mal bei meinem damaligen Freund, mal bei Freund*innen, mal bei Familie geschlafen… Und währenddessen versucht, ein Business zu starten. Das war… eine herausfordernde Zeit. 

Oh wow. Da kam ja alles zusammen.

Mir ging es immer schlechter. Durch die Pandemie konnte ich nirgends arbeiten und das Geld wurde immer knapper. Bis September hatte ich zwei kleine Kundinnen gewonnen. Das sollten das Jahr auch die einzigen bleiben. 

Im September habe ich mich entschlossen, ein letztes Mal in mein Business zu investieren und habe tief in meine damals schon ziemlich erschöpften Ersparnisse gegriffen und an einem Gruppenprogramm zum Thema verkaufen teilzunehmen. Das war gebucht. Dann kam mein kompletter Zusammenbruch.

Das Programm lief erst seit zwei oder drei Wochen, als ich mich selbst in die Psychiatrie eingewiesen habe. Meine Gesundheit war im absoluten Keller und es war klar, dass ich intensive Unterstützung brauchte. Trotz der Diagnose “schwere depressive Episode” war ich dann aber doch zu stur, meine Ersparnisse einfach verplempert zu haben. Also saß ich regelmäßig im Krankenhaus in Zoom-Meetings, um mein Business endlich in Gang zu kriegen.

Den Rest des Jahres war ich mit Gesundwerden beschäftigt. Dann musste ein Neuanfang her und ich bin relativ spontan mitten in einem Lockdown von Bamberg quer durch Deutschland nach Flensburg gezogen. Dort fing meine Selbstständigkeit dann auch an, wirklich Geld einzubringen. 

Im Mai 2021 hatte ich meinen ersten regelmäßigen Kunden gewonnen. Im Sommer dann spontan einen Workshop gehalten, nachdem ich dann bis Januar des folgenden Jahres mit Kund*innen ausgebucht war. 

Seit dem habe ich regelmäßig Kund*innen. Natürlich ist es mal besser und mal schlechter. Jetzt im Dezember und Anfang Januar habe ich meine Bachelorarbeit geschrieben und deshalb nicht arbeiten können. Auch, weil die Thesis meine Depressionen wieder verstärkt hat. Und nach sechs Wochen Funkstille braucht es natürlich gerade wieder einen Moment, um anzulaufen. Aber ich bin sehr entspannt und zuversichtlich, dass das alles wird. 

Meine größte Herausforderung war es, das Studium, die Arbeit und meine Gesundheit zu balancieren. Das war oft herausfordernd und hat mich an meine Grenzen gebracht. Wie ich das geschafft habe, kann ich bis heute nicht so ganz sagen. 

Zum einen war das aber bestimmt, weil ich ein Sturkopf bin und wenn ich mir einmal was in den Kopf gesetzt habe, will ich auch, dass das gut wird. Zum anderen habe ich mehrfach in Unterstützung investiert und mich bemüht, auch Pausen zu machen. (Das ist bis heute aber nicht meine Stärke, ich arbeite dran.) Stur sein und dran bleiben. Das ist wohl meine Herangehensweise. 

Paula, erst einmal vielen Dank, dass Du Deine Geschichte so offen teilst. Ich habe gerade irgendwie ein bisschen Gänsehaut bekommen.

Denn: Leider sind Themen rund um mentale Gesundheit und psychische Erkrankungen ja immer noch sehr oft ein Tabu. Was für mich kompletter Bullsh*t ist. Wir gehen ja auch zum Zahnarzt oder zur Gynäkologin zur Vorsorge, warum dann nicht auch achtsam mit unserer Seele umgehen? Auch wenn ich merke, dass gerade unsere Generation offener und toleranter wird.

Deswegen finde ich es unglaublich mutig und bemerkenswert, dass Du öffentlich zu Deinen Depressionen stehst und so bestimmt auch vielen Menschen Mut machst.

Danke, dass Du mir das gerade alles erzählt hast. 

Inzwischen sind meine Depressionen nicht mehr so schlimm. Vieles in meinem Leben habe ich geändert, um gesund werden zu können. Und da bin ich auf einem guten Weg hin. 

Trotzdem prägen sie meinen Alltag bis heute. An schlechten Tagen ist aus dem Bett kommen noch echt anstrengend. Arbeiten sowieso. Und ich arbeite immer noch dran, meine Arbeit besser darauf auszurichten. Es ist ein Prozess und das ist ok. 

Dafür habe ich dadurch auch viel mehr Verständnis meinen Kund*innen gegenüber. Ich weiß genau, wie es ist, keine Lust und keine Energie für Instagram zu haben. Ich weiß, wie es ist, sich nicht in den Stories zeigen zu wollen und einfach keine Energie für Posts zu haben. 

Dadurch habe ich gelernt, wie ich trotzdem auf Instagram erfolgreich sein kann, und wie ich mein Marketing daran anpassen kann, wie es mir gerade geht. Und genau das bringe ich jetzt meinen Kund*innen bei: Wie Sie Instagram erfolgreich nutzen können, so dass es zu ihnen und ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten passt.

Gibt es einen Satz, den Du einer früheren Paula jetzt unbedingt sagen wollen würdest?

Oh ja, viele. Aber nichts, was mit dem Business zu tun hat. Rückblickend, mit all dem, was das Leben so auf mich geworfen hat, bin ich sehr stolz, wie ich das gemeistert habe, und würde es nochmal genauso machen. 

Ich bin immer dran geblieben. Ich habe (fast) immer an mein Business geglaubt und mir Unterstützung gesucht, wenn ich sie gebraucht habe. Hätte es Wege gegeben, mein Business schneller erfolgreich zu machen? Bestimmt. Hätte ich dafür damals Kapazitäten gehabt? Garantiert nicht. 

Es ist schön, dass Du das gerade so fragst, da habe ich nämlich noch nie darüber nachgedacht und darf gerade feststellen, dass ich einfach sehr froh bin, dort zu stehen, wo ich heute stehe. Und dass ich den Weg unter diesen Umständen genau so nochmal gehen würde. 

Haha, das freut mich. 

„Warum machst Du nicht im Unternehmen Karriere? Eine Selbstständigkeit ist doch vieeeel zu unsicher!“

Aber sag mal, ich bin ja einen ähnlichen Weg gegangen wie Du und habe zügig nach meinem Masterabschluss mein Business gegründet. Das war – ehrlich gesagt – nicht immer leicht. Ich musste mir häufig anhören: “Warum gehst Du nicht erst einmal ins Unternehmen? Eine Selbstständigkeit ist doch viel zu unsicher. Du bist doch noch so (oder zu) jung”. Das hat durchaus meine Selbstzweifel getriggert. Kennst Du diese Situationen und Gespräche?

Jap. Gerade das letzte dreiviertel Jahr wurde ich von gewissen Menschen auch immer wieder gefragt: “Und? Was machst Du dann nach dem Studium?” Auf meine Antwort, dass ich meine Selbstständigkeit dann gerne Vollzeit machen möchte, kam dann “Sicher, dass Du nicht doch erstmal in die Anstellung gehen möchtest?”. Ja. Sicher. 

Ja, genau! Der Klassiker!

Ich hatte Glück, dass ich von Anfang an Menschen in meinem Leben hatte, die es einfach angefeuert haben, auch, wenn sie es nicht verstanden haben. Schon ganz zu Beginn der Selbstständigkeit habe ich mich dann mit anderen Selbstständigen verknüpft. Mit denen, die es nicht verstehen und das auch immer wieder kommunizieren, rede ich einfach wenig über meine Arbeit. Einige habe ich sogar von meinem Arbeitsprofil blockiert. Ich kann und will sie gar nicht überzeugen müssen, dass dies für mich der richtige Weg ist. Bei Fragen und Herausforderungen wende ich mich meistens an andere Selbstständige. Die können vieles einfach besser verstehen. Mit anderen in meinem Umfeld tausche ich mich dazu aus, würde sie aber nie nach Rat fragen, weil sie einfach was ganz anderes machen. Und manchen erzähle ich wenig darüber, weil sie bis heute eher skeptisch sind, und ich schlicht und ergreifend keine Lust habe, mich damit auseinanderzusetzen. 

Dieselbe Taktik fahre ich.

Früher hat es mich sehr frustriert. Inzwischen sehe ich es gelassen. Ich gehe meinen Weg, liebe meine Arbeit sehr und bin sehr glücklich. Dafür muss ich mich niemanden gegenüber rechtfertigen. Und darüber muss ich nicht diskutieren. Die können ihre Meinung haben. Ich habe andere Menschen, die mich unterstützen, anfeuern und meine Erfolge mit mir feiern. 

Das ist die Hauptsache, oder? Und ich teile Deine Einstellung vollkommen. Trotzdem fällt es mir manchmal schwer, meinem Neandertaler-Gehirn zu sagen: „Der blöde Kommentar ist nicht so wichtig, wie das mega Feedback, das Du gerade bekommen hast. Konzentriere Dich doch darauf!“

Dann ärgere ich mich richtig über mich selbst! Aber negative Details bleiben einfach präsenter im Kopf – sie könnten ja der Säbelzahntiger sein, der gleich aus dem Gebüsch springt, ne? Aber ich gebe mein Bestes und arbeite daran. 

„Ja, ich würde auf Instagram verzichten.“ –
wenn ich eine andere Plattform hätte.

Und genau das ist ja auch ein Punkt, der in Bezug auf Instagram immer wieder diskutiert wird: Hate, negative Kommentare von wildfremden Menschen, Mobbing und all das. Der Plattform wird ja deswegen auch immer wieder (auch wissenschaftlich belegt) unterstellt, die mentale Gesundheit der Nutzer*innen negativ zu beeinflussen. Welche Erfahrungen machst Du?

Durchaus auch die. Das sind dann die Zeiten, in denen ich gerne mal Instagram deinstalliere und eine Insta-Pause einlege. 

Gleichzeitig erlebe ich auf Instagram aber auch viel Inspiration, Gemeinschaft und Verbundenheit mit Menschen, denen ich sonst nie über den Weg gelaufen wäre.

Für mich ist es immer gut, dass ich sehr bewusst entscheide, welchen Accounts ich folge. Wer tut mir gut? Wer inspiriert mich? Was kann ich von den Accounts lernen? Dabei vermeide ich Accounts, die mich überwältigen oder bei denen ich regelmäßig das Gefühl habe, an mir oder meinem Business permanent etwas verbessern zu müssen. So schaffe ich mir da einen eher ruhigen Ort.

Nichtsdestotrotz versuche ich, meine Zeit auf Instagram zu limitieren. An den Wochenenden logge ich mich z.B. immer aus. 

Ja, das mache ich auch. Oder auch an Feiertagen oder so.

Wenn einfach alles zu viel wird: Könntest Du Dir vorstellen, auf Instagram privat oder im Business zu verzichten?

Auf jeden Fall – jedoch erst, wenn ich eine andere Marketingplattform weiter aufgebaut habe.

Bedürfnisse ändern sich, und wenn ich keinen Spaß mehr an Instagram habe, bzw. das Gefühl habe, dass es nicht mehr für mich funktioniert, bin ich definitiv offen für etwas Neues!

Privat mache ich dort schon einmal öfter Pausen, aber ich liebe es auch einfach, dort mit meinen Freund*innen in Kontakt zu bleiben und mich kreativ etwas austoben zu können.  

Das mag ich auch an Instagram. Man verliert sich nicht so schnell aus den Augen.

Vom Umsatz zu erzählen, ist kein Marketing

Wenn alles möglich wäre: Wie sähe Deine perfekte Business-Welt aus? Was würdest Du verändern? Was meinst Du: Wovon sollte es mehr in unserer Business- und Selbstständigen-Bubble geben und wovon weniger?

Es würde mehr Verständnis und Rücksicht für andere gelebte Realitäten geben. Es würden nicht mehr so viele Herausforderungen auf das falsche Mindset geschoben werden und Privilegien hinterfragt werden. Wir würden aktiv daran arbeiten, die Businesswelt inklusiver zu gestalten. 

In Bezug auf Marketing würde ich mir mehr Rücksicht, Kreativität und Spaß wünschen. Weniger Versuche, Menschen mit Biegen und Brechen von dem Angebot zu überzeugen, mehr Spaß haben und das Angebot einfach präsentieren, anstatt einen zu überzeugen, dass man das braucht. Ich weiß, was ich brauche. Wenn ich an Deinem Produkt oder Service interessiert bin, interessiert mich viel mehr, warum ich bei Dir und nicht bei jemand anderem kaufen sollte. Ich will nicht in etwas rein gequatscht werden, das ich eigentlich gar nicht brauche. 

Und zu guter letzt: erzählen, wie viel Geld man mit der Selbstständigkeit macht, ist kein Marketing. Diese “So verdiene ich 100K€ im Monat und ich zeige Dir, wie Du das auch schaffst”-Posts finde ich anstrengend. Ganz abgesehen davon, dass das gar kein Ziel meiner Selbstständigkeit ist, sagt das auch gar nichts über die Arbeit aus. Was genau macht diese Person? Wie sehen ihre Coachings aus? Hat sie ein Verständnis für unterschiedliche Lebensentwürfe, in denen ihre Methoden vielleicht nicht direkt umsetzbar ist? Menschen mit Erkrankungen, Kindern und Diskriminierungserfahrungen haben ganz andere Voraussetzungen, als Menschen ohne all dies. Hat die Person, die 100K€ verdient und mir das beibringen will, da auch ein Verständnis für? Das interessiert mich. Nur Dein Kontostand ist kein Marketing. Zumindest kein gutes. Das können wir besser machen. 

Ich weiß genau, was Du meinst. Und ehrlich gesagt, nervt es mich auch tierisch. Ich verstehe auch gar nicht, woher dieser Trend kommt? Genauso ist es mit den Toms und Markussen, die Dir diese ätzenden Kaltakquise-DMs bei Instagram schreiben. Schrecklich! Alle schreiben dieselben Verkaufsnachrichten und wollen mir Tipps geben. Wahrscheinlich nickt gerade jede*r, der*die das jetzt liest – weil, wer kennt das Spielchen nicht?

Ja, mein absoluter Pet Peeve ist auch, wenn mir Menschen schreiben, und so tun, als ob sie Interesse an meinem Angebot haben, nur um mir dann ihres verkaufen zu wollen. Das macht mich echt wahnsinnig. Das fühlt sich sehr heuchlerisch an. 

Ooooh ja!

Und Marketingposts die klingen, wie alle anderen auch, weil man denkt, so müssen gute Marketingposts geschrieben werden. Die Posts, die ich liebe und die bei mir hängen bleiben, sind die, die kreativer sind. Die anders sind. Die Persönlichkeit haben. 

Total! Das wird aber leider ganz, ganz schnell übersehen. Ich bekomme auch immer wieder die Frage, warum wir z. B. in meinem 1:1-SEO-Mentoring bei Deinem Fundament rund um Vision, Mission, Werte und authentisches Storytelling anfangen und nicht direkt nach Keywords recherchieren.

Meine Antwort: Weil Dir austauschbare SEO-Texte rein gar nichts bringen. Sie müssen Deine Persönlichkeit tragen, denn nur dann werden sie wirklich gelesen, was wiederum ein sehr gutes Nutzungssignal für Google ist und Dir positiv auf Deinem Google-Ranking-Konto gutgeschrieben wird. Und so scheint es ja auch bei Instagram ein Erfolgskriterium zu sein.

Absolut.

Okidoki. Wir haben jetzt eine Menge über unsere Kritikpunkte an der Online-Marketing-Bubble gesprochen: Was können die Leser*innen, meine Kund*innen und ich denn jetzt tun, um Deine perfekte Business-Welt Realität werden zu lassen? 

Bei Deinen Leser*innen gehe ich fast davon aus, dass die schon viel gut machen. 

Ansonsten denke ich aber, dass es immer lohnenswert ist, sich mit Privilegien auseinanderzusetzen und zu schauen, wie man seinen Raum und seine Arbeit auch für Menschen öffnen kann, die diese nicht haben. 

Und dann spannendes und respektvolles Marketing erstellen, dass über “hier ist mein Angebot, kauf das jetzt” und “Ich mache so und so viel Euro im Monat, also kannst Du das auch” hinaus geht. Marketing, das auf die Nuancen der eigenen Arbeit und des Angebots eingeht. Und dazwischen auch Texte, die sich einfach schön lesen lassen und die eigene Marke interessanter machen. 

Gerade letzteres höre ich natürlich sehr gerne!

„Niemand wusste von meiner Selbstständigkeit“

Was meine Leser*innen und ich aber noch lieber hören würden, ist Deine peinlichste Business-Story. DER Klassiker beim Strandkorbschnack. Also: Magst Du sie erzählen?

Da muss ich jetzt echt eine Weile überlegen …

Okay, lass Dir Zeit. Wir warten. 

… da fällt mir nichts ein. Im Großen und Ganzen hat mein Weg mich genau hierher gebracht, wo ich jetzt stehe, und da bin ich stolz drauf.

Lange war ich einfach sehr unsicher, weil ich mich so jung selbstständig gemacht habe. Ich war 21 als ich mein Gewerbe angemeldet habe, 22 als ich das erste Mal gelauncht habe. Dadurch hatte ich stark mit dem Imposter-Syndrom zu kämpfen und das hat mich immer wieder eher leise und zurückhaltend werden lassen.

Hach, das fühle ich so sehr. So sehr!

Vermutlich fällt mir deshalb nichts wirklich peinliches ein: ich habe nicht viel gewagt, was auch nur annähernd peinlich sein könnte. 

Ja, der selbst auferlegte Seriositätszwang in Kombination mit den berühmt berüchtigten Ich-bin-noch-so-jung-Selbstzweifeln – love it! 

Und inzwischen ist mir sehr wenig peinlich.

Meine Oma sagt immer: “Ist der Ruf erst einmal ruiniert, lebt’s sich völlig ungeniert”. Das ist natürlich weder bei Dir noch bei mir der Fall (niemand möge uns jetzt einen Strick daraus drehen). Das ist mir gerade nur eingefallen. 

Okay, eine kleine Story habe ich aber: mir war es am Anfang so unangenehm, zu erzählen, wie groß ich träume und dass ich gerne selbständig sein möchte, dass ich quasi niemandem davon erzählt habe. Selbst, als ich das Gewerbe angemeldet und gelauncht hatte. Sogar in meinem engsten Umfeld haben es viele darüber herausgefunden, weil ihnen mein Arbeitsprofil auf Instagram vorgeschlagen wurde. Manchen habe ich davon auch erst Jahre später erzählt.   

Die Gesichter hätte ich gerne gesehen, oder? Als sie dann Dein Geheimnis gelüftet haben. Apropos: Magst Du uns ein Geheimnis über Dich (oder eins von Mark Zuckerberg) verraten? 

Ich wohne nicht gerne alleine. Ich arbeite den ganzen Tag online und sitze in meinem Arbeitszimmer alleine vor dem Computer. Da brauche ich zuhause Menschen um mich, mit denen ich mich unterhalten und austauschen kann. Deswegen habe ich ganz wunderbare Mitbewohnerinnen. Das fühlt sich zwar nicht immer sehr erwachsen an, tut aber immer gut. 

Und genau darum geht es ja auch. Du hast es vorhin schon gesagt: Lebensentwürfe dürfen sich unterscheiden und wer sind wir, dass wir andere Lebensstile bewerten? Ich möchte am Ende meines Lebens auch nicht auf ein Leben voller Kompromisse zurückblicken, nur weil ich viele Entscheidungen nach dem Motto “weil man das halt so macht” getroffen habe. Oder?

Ich möchte auch lieber auf schöne Momente und Erlebnisse mit Freunden und Familie zurückblicken. Auf Abenteuer. Auf ein Leben, das mit Lachen, Ruhe und Liebe gefüllt war. Auf Gemeinschaft und Menschen, die mir sehr am Herzen liegen. Auf ein Business, das ich gerne gemacht habe, und was es ermöglicht hat, dieses Leben zu finanzieren. Und darauf, was bewegt zu haben. Ich bin noch nicht ganz sicher, wie das aussehen wird. Aber was auch immer es ist, es soll Menschen zusammenbringen. Die Welt einen besseren Ort machen. Die Privilegien, die ich habe, nutzen und weitergeben. Ein paar Ideen habe ich schon. Mal schauen, was da langfristig draus wird.

Dann bleiben wir alle gespannt!

Arbeite mit Paula an Deinem nachhaltigen
Instagram-Marketing

Aber sag mal, wenn wir jetzt mit Dir zusammenarbeiten und noch mehr über Dich erfahren möchten – wo und wie können wir das tun? 

Selbstverständlich auf Instagram.

Außerdem auch auf meiner Website, die aber dringend ein Update benötigt. Dort könnt ihr euch aber für meinen Newsletter anmelden, über den ihr immer auf dem Laufenden bleibt.

Du hast Deine aktuellen Angebote ja am Anfang unseres Schnacks schon vorgestellt. Wie können wir Dich denn bei Interesse kontaktieren? 

Entweder schreibt ihr mir eine Nachricht auf Instagram oder ihr bucht euch direkt einen Termin für ein kostenloses Infogespräch in meinem Online-Terminkalender.Dort können wir uns in Ruhe unterhalten und genau besprechen, was Deine Herausforderungen sind, was für Unterstützung Du suchst, und ob mein Angebot aktuell das richtige für Dich ist. 

Supi, danke!

Im Urlaub mit Paula Härtel von
Paula letrah Marketing

Dann würde ich sagen: Bevor Du mir noch ein bisschen Flensburg zeigst, ist es an der Zeit für das typische Strandkorbschnack-Spiel zum Abschied. Kurze Frage, kurze Antwort, okay? Stell Dir vor, Du bist im Urlaub am Meer.

Welcher Urlaubstyp bist Du?

Ich liebe es, neue Orte zu Entdecken: ob Nationalparks oder Museen, Wandern oder Kultur: die Mischung macht’s.

Wo finden wir Dich im Wasser? Im Pool oder im Meer?

Im Meer.

Was passiert mit Deinem Koffer, wenn Du nach dem Urlaub wieder zuhause angekommen bist? Team “Ordentlich auspacken” oder Team “Äh, mein Koffer bleibt erst einmal ein paar Tage liegen”?

Ne, ich packe meinen Koffer sofort aus.

Vielen Dank für diesen inspirierenden Strandkorbschnack, Paula! Es war mir ein Vergnügen.

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Texterin Julia Heymer

Julia Heymer

Ich bin Julia Heymer, freie Texterin für authentische Website-Texte und Blogartikel. Ich helfe kreativen und beratenden Selbstständigen dabei, mit einem erfolgreichen Blog und authentischen SEO-Texten bei Google für ihre Wunschkund*innen sichtbar zu werden, damit sie gelassen(er) die Freiheit ihrer Selbstständigkeit genießen können.

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